KI-Traffic: Warum Besucher aus ChatGPT und Gemini besonders wertvoll sein können
- Tanja Dirnberger

- 10. Aug.
- 11 Min. Lesezeit
Aktualisiert: 17. Aug.

INHALTSVERZEICHNIS
Stand: 17. August 2026
Menschen suchen nicht mehr ausschließlich über klassische Suchmaschinen. Sie stellen ChatGPT, Gemini, Perplexity und anderen KI-Assistenten konkrete Fragen, lassen Angebote vergleichen und holen sich Empfehlungen. Manchmal endet diese Recherche mit einem Klick auf die Website eines Unternehmens.
Genau diese Besuche werden als KI-Traffic bezeichnet.
Noch ist dieser Kanal für viele Websites deutlich kleiner als die klassische Google-Suche. Aktuelle Daten aus dem US-amerikanischen Onlinehandel zeigen jedoch: Besucher aus KI-Systemen können wirtschaftlich besonders interessant sein. Im Juni 2026 erzielten sie laut Adobe Analytics 41 Prozent mehr Umsatz pro Websitebesuch als Besucher aus traditionellen Kanälen. Gleichzeitig nutzten 41 Prozent der befragten US-Verbraucher generative KI bereits beim Onlineshopping (McLymore, 2026).
Das klingt beeindruckend. Es bedeutet aber nicht, dass jedes Unternehmen nur ein paar Texte für ChatGPT optimieren muss und anschließend 41 Prozent mehr Umsatz macht.
Die Zahlen stammen aus dem US-Onlinehandel. Sie lassen sich weder pauschal auf österreichische Kleinunternehmen noch auf Dienstleister übertragen. Sie zeigen aber eine Entwicklung, die auch für kleinere Unternehmen interessant ist: Nicht nur die Anzahl der Websitebesucher zählt. Entscheidend ist, mit welcher Absicht diese Menschen auf eine Website kommen.
Was ist KI-Traffic?
KI-Traffic entsteht, wenn Menschen über einen KI-Assistenten oder eine KI-gestützte Suche auf eine Website gelangen. Ein typischer Weg könnte so aussehen:
Eine Person stellt ChatGPT oder Gemini eine konkrete Frage.
Das KI-System beantwortet die Frage, nennt mögliche Anbieter oder verweist auf weiterführende Quellen.
Die Person klickt auf einen Link und besucht die Website eines Unternehmens.
In der Webanalyse kann dieser Besuch – sofern die Herkunft technisch übermittelt und richtig erkannt wird – als Zugriff aus einem KI-Assistenten erscheinen.
KI-Systeme können eine Website aber auch erwähnen, ohne dass ein Nutzer auf den Link klickt. Außerdem gehen Herkunftsinformationen auf manchen Wegen verloren. Der messbare KI-Traffic bildet daher nicht automatisch den gesamten Einfluss ab, den KI-Antworten auf Bekanntheit und Kaufentscheidungen haben.
Was sagen die aktuellen Zahlen wirklich?
Adobe beobachtet die Entwicklung anhand von Online-Transaktionen auf US-amerikanischen Handelswebsites. Die zugrunde liegenden Auswertungen umfassen nach Angaben des Unternehmens mehr als eine Billion Websitebesuche; ergänzend wurden mehr als 5.000 US-Verbraucher befragt (Pandya, 2026a).
Die Ergebnisse zeigen ein ungewöhnlich dynamisches Bild:
Im ersten Quartal 2026 lag der Traffic aus KI-Quellen auf US-Handelswebsites 393 Prozent über dem Vorjahreszeitraum.
Im März 2026 konvertierte KI-Traffic 42 Prozent besser als Traffic aus anderen Kanälen.
Im Mai 2026 verbrachten KI-vermittelte Besucher 53 Prozent mehr Zeit auf den betrachteten Handelswebsites, sahen 23 Prozent mehr Seiten und verließen die Websites deutlich seltener sofort.
Im Mai lag der Umsatz pro Besuch aus KI-Quellen 53 Prozent über jenem anderer Quellen.
Für Juni berichtete Adobe von einem weiterhin deutlichen, aber etwas niedrigeren Vorsprung von 41 Prozent beim Umsatz pro Besuch (McLymore, 2026).
Diese Unterschiede sind wichtig. Sie zeigen, dass solche Werte von Monat, Branche, Saison und Datenbasis abhängen. Eine einzelne Prozentzahl ist deshalb ein Trendsignal, keine feste Naturkonstante des Marketings.
Was bedeutet „41 Prozent mehr Umsatz pro Besuch“?
Der Umsatz pro Besuch wird vereinfacht so berechnet:
Gesamtumsatz eines Kanals ÷ Anzahl der Besuche aus diesem Kanal
Ein höherer Wert kann verschiedene Ursachen haben:
Mehr Besucher kaufen tatsächlich ein.
Die durchschnittlichen Warenkörbe sind größer.
Menschen wählen höherpreisige Produkte.
Oder mehrere dieser Effekte treten gemeinsam auf.
Die Aussage bedeutet nicht, dass jeder einzelne KI-Besucher 41 Prozent mehr ausgibt. Sie bedeutet auch nicht automatisch, dass die Conversion-Rate genau um 41 Prozent höher liegt. Wer die Zahl kommuniziert, sollte diese beiden Kennzahlen nicht miteinander verwechseln.
Warum können Besucher aus KI-Systemen wertvoller sein?
Die Daten beantworten nicht abschließend, warum KI-Traffic in den betrachteten Fällen besser abschneidet. Aus dem typischen Ablauf einer KI-gestützten Recherche lassen sich jedoch einige plausible Gründe ableiten.
1. Die Recherche beginnt häufig vor dem Websitebesuch
Wer über eine klassische Suche kommt, beginnt möglicherweise erst auf der Website damit, sich grundsätzlich in ein Thema einzulesen. Wer zuvor einen ausführlichen Dialog mit einem KI-Assistenten geführt hat, hat seinen Bedarf oft schon genauer beschrieben.
Die Person hat möglicherweise bereits geklärt:
welches Problem sie lösen möchte,
welche Varianten infrage kommen,
welche Kriterien für die Entscheidung wichtig sind,
welche Preisspanne realistisch ist,
und welche Anbieter oder Produkte näher geprüft werden sollen.
Der Klick erfolgt dadurch möglicherweise später in der Entscheidungsreise und mit einer konkreteren Absicht. Adobe interpretiert längere Besuche, mehr aufgerufene Seiten und niedrigere Absprungraten ebenfalls als Hinweise auf stärkeres Interesse und eine bessere Übereinstimmung zwischen Bedarf und Websiteinhalt (Pandya, 2026b).
2. Fragen an KI-Systeme sind oft sehr konkret
Menschen müssen ihre Suche nicht mehr auf zwei oder drei Keywords reduzieren. Sie können beispielsweise fragen:
Welches Buchhaltungsprogramm eignet sich für eine österreichische Ein-Personen-GmbH, wenn Angebote geschrieben und Belege automatisch erfasst werden sollen?
Oder:
Welche Marketingmaßnahmen sollte ein kleines regionales Unternehmen zuerst umsetzen, wenn Zeit und Budget begrenzt sind?
Je genauer die Frage, desto genauer kann die vorgeschlagene Lösung zum tatsächlichen Bedarf passen. Für Unternehmen bedeutet das: Allgemeine Werbesätze reichen nicht aus. Die Website muss verständlich erklären, für wen ein Angebot gedacht ist, welches Problem es löst und unter welchen Bedingungen es passt.
3. KI-Antworten können eine Vorauswahl treffen
Ein KI-Assistent kann Informationen aus mehreren Quellen zusammenfassen und Unterschiede erklären. Dadurch kommt ein Besucher möglicherweise nicht völlig unvorbereitet auf eine Website, sondern nachdem ein bestimmtes Unternehmen oder Angebot bereits als mögliche Lösung genannt wurde.
Diese Vorauswahl kann Vertrauen fördern. Sie birgt aber auch ein Risiko: Die Darstellung kann unvollständig, veraltet oder falsch sein. Unternehmen sollten deshalb wichtige Angaben auf der eigenen Website eindeutig, aktuell und nachvollziehbar veröffentlichen.
4. Die Website übernimmt den entscheidenden nächsten Schritt
Eine KI-Empfehlung kann Aufmerksamkeit erzeugen. Ob daraus eine Anfrage, Anmeldung oder ein Kauf wird, entscheidet sich häufig weiterhin auf der Website.
Dort wollen Menschen unter anderem prüfen:
Ist das Unternehmen seriös?
Passt das Angebot wirklich zu mir?
Was kostet es?
Wer steht dahinter?
Gibt es Referenzen oder nachvollziehbare Erfahrungen?
Was muss ich als Nächstes tun?
Große Händler verfolgen genau diese Logik. Sie möchten in ChatGPT und Gemini sichtbar sein, den Kauf aber möglichst auf der eigenen Plattform abschließen. Dort bleiben Kundenbeziehung, Daten und Möglichkeiten zur langfristigen Bindung beim Unternehmen. Raina Moskowitz, CEO der Hochzeitsplattform The Knot, bezeichnete große Sprachmodelle sinngemäß als einen weiteren Ort „zum Starten, Suchen und Planen“ (McLymore, 2026, eigene Übersetzung).
Das trifft den Punkt sehr gut: KI-Systeme können der Beginn einer Kundenreise sein. Das eigene digitale Zuhause sollten Unternehmen deshalb nicht vernachlässigen.
Warum die eigene Website durch KI wichtiger wird
Immer wieder hört man die Befürchtung, KI-Antworten würden Websites überflüssig machen. Tatsächlich kann es passieren, dass Menschen eine Antwort erhalten, ohne eine Website zu besuchen. Gleichzeitig brauchen KI-Systeme verlässliche Informationen, aus denen sie Antworten bilden können. Und Nutzer benötigen Orte, an denen sie Angaben überprüfen, Vertrauen aufbauen und handeln können.
Eine gute Website erfüllt daher mehrere Aufgaben gleichzeitig:
Sie erklärt das Angebot aus erster Hand.
Sie stellt aktuelle und überprüfbare Informationen bereit.
Sie zeigt Erfahrung, Haltung und fachliche Kompetenz.
Sie beantwortet konkrete Entscheidungsfragen.
Sie führt zu einer Anfrage, Buchung, Anmeldung oder einem Kauf.
Sie ermöglicht eine direkte Beziehung, etwa über einen Newsletter.
Die eigene Website wird dadurch nicht weniger wichtig. Ihre Rolle verschiebt sich: Sie ist nicht mehr nur ein Ziel aus der Google-Suche, sondern eine verlässliche Informationsquelle und der Ort, an dem aus Interesse eine Beziehung entstehen kann.
Gilt das nur für große Onlineshops?
Nein – aber hier ist eine klare Einschränkung nötig.
Die konkreten Umsatz- und Conversion-Zahlen von Adobe stammen überwiegend aus dem US-amerikanischen Onlinehandel. Für österreichische KMU, Berater, Handwerksbetriebe oder B2B-Dienstleister belegen diese Daten keinen vergleichbaren Umsatzvorteil.
Der grundlegende Mechanismus lässt sich dennoch plausibel übertragen. Auch potenzielle Kunden eines Dienstleisters können KI-Systeme nutzen, um:
eine Aufgabe besser zu verstehen,
Anbieterarten zu vergleichen,
Anforderungen für ein Projekt zu sammeln,
Preise und Preisfaktoren einzuordnen,
eine Auswahlliste zu erstellen,
oder Fragen für ein Erstgespräch vorzubereiten.
Ein Besucher muss dabei nicht sofort online kaufen. Für ein Dienstleistungsunternehmen kann der wertvolle Abschluss eine qualifizierte Anfrage, ein gebuchtes Erstgespräch oder eine Newsletter-Anmeldung sein.
Deshalb sollte jedes Unternehmen seine eigenen Ziele messen. Ein kleiner, aber passender Besucherstrom kann wirtschaftlich wertvoller sein als viele oberflächliche Klicks.
Welche Inhalte helfen Menschen und KI-Systemen?
Es gibt keine Garantie dafür, dass eine bestimmte Seite in ChatGPT, Gemini oder einem anderen System genannt wird. Unternehmen können ihre Inhalte aber so gestalten, dass sie leichter verstanden, überprüft und sinnvoll verwendet werden können.
Besonders hilfreich sind:
Klare Leistungs- und Produktbeschreibungen
Vermeide Formulierungen, die zwar schön klingen, aber wenig aussagen. Erkläre konkret:
Was wird angeboten?
Für wen ist das Angebot geeignet?
Welches Problem wird gelöst?
Was ist enthalten?
Was ist ausdrücklich nicht enthalten?
Preise oder nachvollziehbare Preisfaktoren
Nicht jede Dienstleistung braucht einen fixen Preis auf der Website. Wenn eine Pauschale nicht sinnvoll ist, können typische Preisfaktoren, Projektgrößen oder Beispielpakete Orientierung geben.
Vergleiche und Entscheidungshilfen
Gute Inhalte verschweigen nicht, dass es mehrere Lösungen gibt. Erkläre Unterschiede, Einsatzbereiche sowie Vor- und Nachteile. Dadurch unterstützt du echte Entscheidungen, statt nur das eigene Angebot anzupreisen.
Häufig gestellte Fragen
FAQ-Bereiche greifen konkrete Formulierungen auf, die Menschen auch in einer dialogorientierten Suche verwenden. Sie sollten echte Fragen beantworten und nicht bloß Keywords in Fragezeichen verwandeln.
Belege für Kompetenz und Vertrauen
Nenne Autorinnen und Autoren, fachliche Hintergründe, verwendete Quellen und das Datum der letzten Aktualisierung. Auch echte Referenzen, Fallbeispiele und transparente Kundenstimmen können bei der Einordnung helfen.
Technisch zugängliche Inhalte
Wichtige Informationen sollten als lesbarer Text auf der Seite stehen und nicht ausschließlich in Bildern, Animationen oder schwer zugänglichen Elementen versteckt sein. Adobe stellte bei seiner Untersuchung große Unterschiede in der maschinellen Lesbarkeit fest; Produktseiten schnitten im Durchschnitt schlechter ab als viele Service- und Hilfeseiten (Pandya, 2026a).
Der von Adobe verwendete Sichtbarkeitswert ist ein unternehmenseigenes Messmodell und kein allgemeingültiger Branchenstandard. Die praktische Botschaft dahinter bleibt trotzdem sinnvoll: Was technisch oder inhaltlich schwer zugänglich ist, kann auch schwerer gefunden und korrekt eingeordnet werden.
Wie können kleine Unternehmen ihre Website auf KI-Traffic vorbereiten?
Du brauchst dafür weder ein eigenes KI-Projektteam noch tägliche Experimente mit jedem neuen Tool. Beginne mit den Grundlagen.
1. Beschreibe dein Angebot aus Kundensicht
Prüfe, ob eine außenstehende Person innerhalb weniger Sekunden versteht, was du anbietest und für wen es gedacht ist.
2. Beantworte konkrete Fragen
Sammle Fragen aus Kundengesprächen, E-Mails, Verkaufsgesprächen und Supportanfragen. Erstelle daraus hilfreiche Abschnitte, FAQ-Seiten oder eigene Blogbeiträge.
3. Veröffentliche vollständige Informationen
Maße, Leistungen, Varianten, Voraussetzungen, Liefergebiete, Bearbeitungszeiten oder Preisfaktoren sollten nicht über mehrere Seiten verstreut oder nur auf Nachfrage verfügbar sein.
4. Erstelle echte Entscheidungshilfen
Vergleiche Optionen fair miteinander. Erkläre auch, wann dein Angebot nicht die beste Wahl ist. Das kostet vielleicht einen unpassenden Klick, spart aber beiden Seiten ein unpassendes Verkaufsgespräch.
5. Zeige, wer für den Inhalt verantwortlich ist
Autorenangaben, fachlicher Hintergrund, Aktualisierungsdatum und Quellen stärken die Nachvollziehbarkeit. Gerade bei sensiblen oder erklärungsbedürftigen Themen sollte sichtbar sein, wer eine Aussage getroffen und geprüft hat.
6. Halte wichtige Seiten aktuell
Veraltete Preise, Leistungen oder Öffnungszeiten sind schon für Menschen ärgerlich. Werden solche Angaben von einem KI-System aufgegriffen, verbreitet sich die Verwirrung womöglich weiter.
7. Pflege weiterhin deine SEO-Grundlagen
Eine verständliche Seitenstruktur, aussagekräftige Überschriften, interne Verlinkungen, schnelle Ladezeiten und mobil gut nutzbare Seiten bleiben wichtig. GEO ersetzt SEO nicht. Es erweitert den Blick darauf, wie Inhalte in dialogorientierten Suchsystemen gefunden und dargestellt werden.
8. Sorge für einen klaren nächsten Schritt
Jede wichtige Seite sollte erkennen lassen, wie es weitergeht: Kontakt aufnehmen, Angebot ansehen, Termin buchen, Produkt kaufen, Checkliste herunterladen oder Newsletter abonnieren.
Wie lässt sich KI-Traffic messen?
Google Analytics führte im Mai 2026 eine eigene Möglichkeit ein, Traffic aus bekannten KI-Assistenten in den Standard-Channel-Berichten zu analysieren (Google, 2026). Je nach verwendeter Analyselösung und Konfiguration können zusätzlich einzelne Quellen wie ChatGPT, Gemini, Copilot oder Perplexity betrachtet werden.
Wichtig ist, nicht nur die Anzahl der Besuche zu zählen. Vergleiche – soweit genug Daten vorhanden sind – auch:
aufgerufene Einstiegsseiten,
Verweildauer und Engagement,
Newsletter-Anmeldungen,
Kontaktanfragen,
gebuchte Termine,
Käufe und Umsatz,
Wert oder Qualität der entstandenen Leads.
Bei kleinen Datenmengen ist Zurückhaltung gefragt. Drei Besuche und ein Kauf ergeben zwar eine beeindruckende Conversion-Rate, aber noch keine verlässliche Marketingstrategie.
Außerdem bleibt ein Teil des Einflusses unsichtbar. Eine Person kann ein Unternehmen in einer KI-Antwort entdecken, den Namen später bei Google eingeben und dann als organischer Suchbesuch erscheinen. Oder sie ruft die Website direkt auf. Attribution bleibt deshalb auch im KI-Zeitalter das, was sie schon vorher war: nützlich, aber selten vollkommen.
KI-Traffic: ChatGPT als neuer Werbekanal in der Testphase
Neben organischen Verweisen entwickelt sich ChatGPT zunehmend auch zu einem bezahlten Werbekanal. Seit dem 11. August 2026 werden ChatGPT Ads in weiteren Ländern getestet. Bezahlte Anzeigen müssen jedoch klar von organischen Erwähnungen und Empfehlungen unterschieden werden.
Was kann GEO leisten – und was nicht?
GEO steht für Generative Engine Optimization. Gemeint ist die Optimierung von Inhalten für KI-gestützte Antwort- und Suchsysteme.
Sinnvoll verstanden bedeutet GEO:
Informationen klar strukturieren,
Fragen präzise beantworten,
Aussagen belegen,
Fachbegriffe verständlich erklären,
Inhalte aktuell halten,
und eine Website technisch zugänglich gestalten.
GEO bedeutet nicht:
eine garantierte Nennung in ChatGPT,
ein geheimes Schema für Platz eins in jeder KI-Antwort,
möglichst viele künstlich eingefügte Fragen,
oder das Ende der klassischen Suchmaschinenoptimierung.
Die stärkste Grundlage bleibt hochwertiger Content, der Menschen tatsächlich hilft. Wenn dieser Content zusätzlich gut strukturiert, überprüfbar und technisch zugänglich ist, verbessert das seine Chancen in klassischen und KI-gestützten Suchumgebungen.
Checkliste: Ist deine Website bereit für qualifizierten KI-Traffic?
Ist in wenigen Sätzen klar, was dein Unternehmen anbietet?
Sind Zielgruppe und Einsatzbereich verständlich beschrieben?
Beantwortest du konkrete Fragen aus der Praxis?
Sind Leistungen, Produkte und Unterschiede vollständig erklärt?
Nennst du Preise oder zumindest nachvollziehbare Preisfaktoren?
Gibt es hilfreiche Vergleiche und Entscheidungshilfen?
Sind wichtige Informationen als Text zugänglich?
Sind Autor, Quellen und Aktualisierungsdatum erkennbar?
Sind Aussagen, Referenzen und Bewertungen glaubwürdig?
Funktioniert die Website auf dem Smartphone einwandfrei?
Gibt es auf jeder wichtigen Seite einen sinnvollen nächsten Schritt?
Misst du neben Besuchen auch Anfragen, Anmeldungen oder Käufe?
Du musst nicht alle Punkte an einem Nachmittag erledigen. Beginne mit den Seiten, die dein Angebot erklären und für eine Entscheidung besonders wichtig sind.
Fazit: Weniger KI-Traffic kann trotzdem mehr Wert haben
KI-Traffic ist derzeit noch kein Ersatz für Google, Newsletter, Empfehlungen oder Social Media. Er ist ein zusätzlicher Weg, über den Menschen Unternehmen entdecken und Entscheidungen vorbereiten.
Die aktuellen Adobe-Daten zeigen, dass Besucher aus KI-Systemen im US-Onlinehandel überdurchschnittlich engagiert und wirtschaftlich wertvoll sein können. Ob das auch für ein einzelnes österreichisches Unternehmen gilt, muss dessen eigene Webanalyse zeigen.
Die eigentliche Erkenntnis ist größer als die Zahl von 41 Prozent:
Reichweite allein ist kein gutes Marketingziel. Wertvoll werden Besucher dann, wenn Inhalt, Bedarf und Angebot zusammenpassen.
Unternehmen sollten deshalb nicht für eine Maschine schreiben. Sie sollten die Fragen ihrer Kunden so gut beantworten, dass Menschen und technische Systeme verstehen können, worum es geht. Eine klare, glaubwürdige und hilfreiche Website ist dafür weiterhin die beste Grundlage.
KI darf Menschen den Weg zeigen. Vertrauen und Kundenbeziehung entstehen aber nicht in einer Traffic-Statistik.
Häufig gestellte Fragen
Was bedeutet KI-Traffic?
KI-Traffic bezeichnet Besuche auf einer Website, die über KI-Assistenten oder KI-gestützte Suchsysteme wie ChatGPT, Gemini, Copilot oder Perplexity entstehen. Die Person erhält dort eine Antwort oder Empfehlung und klickt anschließend auf einen Link zur Website.
Ist KI-Traffic wertvoller als Google-Traffic?
Das lässt sich nicht pauschal sagen. Adobe ermittelte 2026 für den US-Onlinehandel zeitweise einen höheren Umsatz pro Besuch und bessere Engagement-Werte bei KI-Traffic. Für ein einzelnes Unternehmen können Branche, Angebot, Zielgruppe und Messzeitraum zu völlig anderen Ergebnissen führen.
Muss ich meine Website jetzt für ChatGPT optimieren?
Eine separate „ChatGPT-Optimierung“ ist kein erster Pflichtschritt. Wichtiger sind klare Leistungsbeschreibungen, hilfreiche Antworten, nachvollziehbare Quellen, aktuelle Informationen, gute technische Zugänglichkeit und bewährte SEO-Grundlagen.
Ersetzt GEO die klassische Suchmaschinenoptimierung?
Nein. GEO ergänzt SEO. Viele Grundlagen überschneiden sich: verständliche Inhalte, eine klare Struktur, fachliche Glaubwürdigkeit, interne Verlinkungen und technisch gut zugängliche Seiten helfen Menschen, Suchmaschinen und KI-Systemen.
Können auch Dienstleister von KI-Traffic profitieren?
Ja, grundsätzlich können auch Dienstleister über KI-Empfehlungen gefunden werden. Die aktuell verfügbaren Umsatzdaten beziehen sich jedoch vor allem auf den US-Onlinehandel. Dienstleister sollten deshalb eigene Ziele wie qualifizierte Anfragen, Terminbuchungen oder Newsletter-Anmeldungen beobachten.
Quellenverzeichnis
Google. (2026, 13. Mai). What's new in Google Analytics: New AI Assistant traffic measurement. Google Analytics Help. https://support.google.com/analytics/answer/9164320
McLymore, A. (2026, 7. August). Retailers tap AI shopping traffic but fight to keep customer data. Reuters. https://www.reuters.com/business/retail-consumer/retailers-tap-ai-shopping-traffic-fight-keep-customer-data-2026-08-07/
Pandya, V. (2026a, 16. April). Adobe report: U.S. retailers see surge in AI traffic, but many websites are not entirely readable by machines. Adobe for Business. https://business.adobe.com/blog/ai-traffic-surge-retail-sites-not-machine-readable
Pandya, V. (2026b, 17. Juni). Adobe report: AI traffic to travel sites soars nearly 200% as AI visitors now outperform traditional sources. Adobe for Business. https://business.adobe.com/blog/adobe-report-ai-traffic-travel-sites-surges-200-percent
Du möchtest dein Marketing strukturiert aufbauen, ohne dich in einzelnen Maßnahmen zu verlieren? Dann hol dir den kostenlosen Marketing-Kompass für Einsteiger und entwickle Schritt für Schritt deinen eigenen Marketing-Fahrplan.
Marketing beginnt mit Klarheit
Der kostenlose Marketing-Kompass hilft dir, die wichtigsten Marketing-Bausteine zu verstehen, sinnvoll zu priorisieren und Schritt für Schritt ins Tun zu kommen.
To display the Widget on your site, open Blogs Products Upsell Settings Panel, then open the Dashboard & add Products to your Blog Posts. Within the Editor you will only see a preview of the Widget, the associated Products for this Post will display on your Live Site.
Start your 14 days Free Trial to activate products for more than one post.
icon above or open Settings panel.
Please click on the



