GEO ohne Tricks: Warum Inhalte für Menschen und KI sichtbar sein sollten
- Tanja Dirnberger

- vor 4 Tagen
- 11 Min. Lesezeit
Stand: 20. August 2026

INHALTSVERZEICHNIS
Inhalte für KI-Systeme optimieren – das klingt zunächst vernünftig. Schließlich sollen ChatGPT, Gemini, Perplexity und andere KI-Systeme verstehen können, was ein Unternehmen anbietet, worin seine Erfahrung liegt und welche Informationen auf seiner Website zu finden sind.
Doch was passiert, wenn eine KI andere Inhalte sieht als ein Mensch?
Genau darüber wird derzeit diskutiert. Das US-Magazin Time ließ in maschinenlesbare Versionen seiner Webseiten bezahlte Inhalte einfügen, die speziell für KI-Agenten gedacht waren. Menschliche Leser sahen auf der normalen Website eine andere Version. Perplexity blockierte diese sogenannten Markdown-Anzeigen daraufhin und bezeichnete die Vorgehensweise als täuschend. Nach Angaben des Unternehmens könnten solche Praktiken sogar das Vertrauen in eine Quelle innerhalb des eigenen Suchindex beeinträchtigen (Guaglione, 2026).
Der Fall ist neu. Das Prinzip dahinter ist es nicht.
Suchmaschinen beschäftigen sich seit Jahren mit Cloaking: Menschen wird ein anderer Inhalt gezeigt als dem Crawler, um die Darstellung oder das Ranking zu beeinflussen.
Für Unternehmen entsteht damit eine wichtige Grenze:
GEO darf Inhalte für KI-Systeme verständlicher machen. Es sollte aber keine zweite Informationswelt schaffen, die Menschen nicht sehen und überprüfen können.
Das bedeutet nicht, dass jede technische Aufbereitung für Maschinen problematisch ist. Strukturierte Daten, Produktfeeds oder technisch vereinfachte Seitenversionen können sinnvoll sein. Entscheidend ist, ob dieselben wesentlichen Informationen transportiert werden – oder ob Maschinen gezielt etwas anderes erfahren sollen als Menschen.
Was ist im Fall Time und Perplexity passiert?
Das Magazin Time testete gemeinsam mit einem Werbetechnologie-Anbieter Anzeigen, die nicht in erster Linie für menschliche Leser bestimmt waren. Die bezahlten Inhalte wurden in die Markdown-Versionen ausgewählter Seiten eingefügt.
Markdown ist ein vergleichsweise einfaches Textformat. Überschriften, Absätze und Listen lassen sich darin ohne die vielen gestalterischen und technischen Elemente einer normalen Webseite darstellen. Für KI-Agenten kann eine solche reduzierte Fassung leichter zu verarbeiten sein.
In diesen maschinenlesbaren Fassungen erschienen von Werbekunden freigegebene Informationen und FAQ-Texte. Ziel war es, dass KI-Systeme diese Aussagen beim Verarbeiten der Seite aufnehmen und möglicherweise in späteren Antworten berücksichtigen.
Perplexity bestätigte am 11. August 2026, diese Anzeigen aus seinem Suchindex beziehungsweise aus den Antworten seiner Agenten herauszufiltern. Das Unternehmen kritisierte nicht bloß eine fehlende Werbekennzeichnung. Nach Angaben von Digiday waren die Inhalte innerhalb der Markdown-Fassung sogar als gesponsert markiert. Der entscheidende Einwand war grundsätzlicher: Menschen und KI-Agenten bekamen nicht dieselbe inhaltliche Version zu sehen (Guaglione, 2026).
Wie Perplexity die Anzeigen technisch erkennt und blockiert, wurde nicht öffentlich erklärt. Ebenso wenig handelt es sich bisher um eine allgemeine Branchenregel. Aus der Entscheidung eines einzelnen Anbieters lässt sich nicht ableiten, dass sämtliche KI-Systeme solche Inhalte automatisch erkennen oder gleich behandeln.
Der Fall ist trotzdem wichtig. Er zeigt, dass KI-Plattformen eigene Regeln dafür entwickeln, welchen Quellen und Inhalten sie vertrauen. Unternehmen können sich daher nicht darauf verlassen, dass alles, was technisch von einem KI-Crawler gelesen werden kann, auch als glaubwürdige Information akzeptiert wird.
Was bedeutet Cloaking?
Google beschreibt Cloaking als das Bereitstellen unterschiedlicher Inhalte für Menschen und Suchmaschinen mit dem Ziel, Rankings zu manipulieren oder Nutzer zu täuschen. Als Beispiel nennt Google Texte oder Keywords, die nur dann in eine Seite eingefügt werden, wenn der Aufruf von einem Suchmaschinen-Crawler und nicht von einem Menschen stammt (Google Search Central, o. D.-a).
Vereinfacht gesagt:
Ein Mensch sieht Version A.
Ein Crawler sieht Version B.
Version B enthält andere Aussagen oder zusätzliche Informationen.
Diese Abweichung soll die maschinelle Bewertung beeinflussen.
Genau an diesem Punkt berührt das bekannte SEO-Thema die neue GEO-Diskussion.
Wenn eine Website einem KI-System zusätzliche Behauptungen, Empfehlungen, Bewertungen oder bezahlte Botschaften zeigt, die ein normaler Besucher nicht sehen kann, entsteht eine kaum überprüfbare Informationsschicht. Eine Person weiß dann möglicherweise nicht, dass die spätere KI-Antwort durch Inhalte beeinflusst wurde, die auf der sichtbaren Website gar nicht vorkommen.
Das ist problematisch, weil KI-Systeme nicht nur Links auflisten. Sie fassen Informationen zusammen, vergleichen Angebote und formulieren Antworten in einem oft sehr selbstverständlichen Ton. Wenn bezahlte Aussagen dabei wie redaktionelle Fakten behandelt werden, verschwimmt die Grenze zwischen Information und Werbung.
Nicht jede unterschiedliche Darstellung ist automatisch Täuschung
An dieser Stelle ist eine saubere Unterscheidung wichtig. Nicht jede technische Abweichung zwischen einer sichtbaren Webseite und einer maschinenlesbaren Darstellung ist automatisch Cloaking.
Viele Websites bereiten dieselben Inhalte in mehreren Formen auf:
Eine mobile Ansicht ordnet Elemente anders an als die Desktop-Version.
Strukturierte Daten beschreiben sichtbare Inhalte in einem standardisierten Format.
Produktfeeds liefern aktuelle Angaben zu Preis und Verfügbarkeit.
Barrierefreie Texte machen Bilder oder Bedienelemente verständlicher.
Eine serverseitig gerenderte Version erleichtert einem Crawler den Zugriff auf Inhalte, die sonst erst durch JavaScript geladen werden.
Google stellt bei dynamischer Darstellung ausdrücklich auf die inhaltliche Ähnlichkeit ab: Eine technisch vereinfachte Version gilt im Allgemeinen nicht als Cloaking, solange sie im Wesentlichen dieselben Inhalte bereitstellt. Werden Menschen und Crawlern dagegen vollständig unterschiedliche Inhalte gezeigt, kann das als Cloaking bewertet werden (Google Search Central, 2025).
Es geht daher nicht darum, dass jede Maschine exakt dieselben Pixel sehen muss wie ein Mensch.
Es geht darum, dass beide dieselbe inhaltliche Wirklichkeit erhalten.
Ein Produkt darf in einem Feed kompakter beschrieben sein als auf einer gestalteten Produktseite. Der Preis, die Verfügbarkeit und die wesentlichen Produkteigenschaften sollten sich aber nicht widersprechen.
Eine FAQ kann zusätzlich strukturiert ausgezeichnet werden. Die Fragen und Antworten sollten dann auch für Besucher auf der Seite sichtbar sein.
Eine vereinfachte Textfassung kann Navigation, Werbung oder Designelemente weglassen. Sie sollte aber nicht plötzlich zusätzliche Lobeshymnen, versteckte Keywords oder bezahlte Behauptungen enthalten.
Woran erkennt man den Unterschied zwischen Optimierung und Manipulation?
Die Grenze lässt sich nicht immer an einem einzelnen technischen Merkmal festmachen.
Vier Fragen helfen bei der Einordnung.
1. Bleibt die Kernaussage gleich?
Eine maschinenlesbare Version darf Inhalte anders strukturieren oder kürzer darstellen. Sie sollte aber keine andere Botschaft vermitteln.
Problematisch wäre beispielsweise:
Auf der sichtbaren Seite steht „Preis auf Anfrage“, im Produktfeed wird ein nicht gültiger Niedrigpreis genannt.
Besucher sehen eine sachliche Leistungsbeschreibung, der KI-Crawler erhält zusätzlich „führender Anbieter in Österreich“.
Für Menschen wird eine gemischte Kundenbewertung gezeigt, während die maschinenlesbare Fassung nur fünf Sterne übermittelt.
2. Können Menschen die Information überprüfen?
Wichtige Aussagen zu Angebot, Preis, Leistung, Erfahrung oder Ergebnissen sollten auf der öffentlichen Website auffindbar sein.
Eine gute Kontrollfrage lautet:
Könnte ein potenzieller Kunde die Aussage auf der Website nachvollziehen, wenn eine KI sie in einer Antwort nennt?
Wenn die Antwort Nein lautet, sollte geprüft werden, warum die Information nur für Maschinen sichtbar ist.
3. Ist eine wirtschaftliche Beziehung erkennbar?
Bezahlte Inhalte, Affiliate-Empfehlungen, Kooperationen und bereitgestellte Testprodukte sollten transparent gekennzeichnet werden. Das gilt nicht nur in einer technischen Datei, die Menschen normalerweise nie öffnen.
Wenn eine Marke für eine Aussage bezahlt, sollte diese Beziehung dort erkennbar sein, wo Menschen den Inhalt tatsächlich wahrnehmen können.
4. Verbessert die technische Version den Zugang – oder verändert sie die Bedeutung?
Eine vereinfachte Fassung kann sinnvoll sein, wenn sie denselben Inhalt leichter zugänglich macht. Sie wird fragwürdig, wenn sie dazu dient, Maschinen gezielt andere Informationen unterzuschieben.
Der Unterschied liegt also weniger zwischen HTML, Markdown oder strukturierten Daten. Er liegt zwischen verständlicher Aufbereitung und versteckter Einflussnahme.
Warum das Thema auch für kleine Unternehmen relevant ist
Die wenigsten Einzelunternehmen oder KMU werden morgen eine eigene Markdown-Werbeplattform für KI-Agenten aufbauen. Der Fall wirkt deshalb zunächst wie ein Spezialthema für große Medienhäuser.
Die dahinterliegende Versuchung ist jedoch sehr alltäglich:
zusätzliche Keywords nur für Crawler verstecken,
Aussagen in strukturierte Daten schreiben, die auf der Seite nicht vorkommen,
nur für Bots erstellte FAQ-Blöcke einfügen,
vermeintliche „KI-Fakten“ über das eigene Unternehmen verbreiten,
künstliche Erwähnungen oder Bewertungen einkaufen,
oder eine zweite Websiteversion erstellen, weil irgendein GEO-Ratgeber einen schnellen Sichtbarkeitsschub verspricht.
Gerade bei neuen Marketingthemen entstehen schnell Angebote, die mit technischen Geheimnissen werben. Das war bei SEO so und wiederholt sich nun bei GEO. Aus „Wir helfen Systemen, gute Inhalte zu verstehen“ wird dann erstaunlich schnell „Wir zeigen der Maschine etwas, das sonst niemand sieht“.
Für kleine Unternehmen ist das nicht nur eine Frage der Plattformregeln. Es ist eine Frage der eigenen Glaubwürdigkeit.
Wer langfristig sichtbar sein möchte, braucht Informationen, die auch dann Bestand haben, wenn ein Kunde nachfragt, eine Quelle überprüft oder ein KI-System seine Auswahlmethode verändert.
GEO braucht keine geheime zweite Website
Google erklärt für seine eigenen generativen Suchfunktionen inzwischen sehr deutlich, dass keine zusätzlichen KI-Dateien, kein besonderes Schema-Markup und keine speziellen technischen Anforderungen notwendig sind. Die bekannten SEO-Grundlagen bleiben relevant: Inhalte müssen erreichbar, intern verlinkt, als Text verfügbar und für Menschen hilfreich sein. Strukturierte Daten sollen mit dem sichtbaren Inhalt übereinstimmen (Google Search Central, o. D.-b).
In einem eigenen Leitfaden zur Optimierung für generative KI-Funktionen rät Google außerdem dazu, wirksame SEO-Grundlagen höher zu gewichten als vermeintliche AEO- oder GEO-Hacks. Als Beispiele nennt Google unnötige KI-Textdateien, künstliches Aufteilen von Inhalten in kleine Textblöcke und nicht authentische Erwähnungen. Stattdessen werden einzigartige, fachlich geprägte Inhalte empfohlen, die über allgemein austauschbare Informationen hinausgehen (Google Search Central, o. D.-c).
Diese Hinweise gelten zunächst für die KI-Funktionen der Google-Suche. ChatGPT, Gemini, Perplexity und andere Systeme arbeiten nicht identisch. Trotzdem lässt sich daraus eine vernünftige Grundhaltung ableiten:
Beginne nicht mit einer Sonderlösung für Maschinen. Beginne mit einer verlässlichen öffentlichen Informationsquelle.
Wenn wichtige Inhalte nur in Grafiken, Animationen oder schwer zugänglichen Seitenelementen stecken, sollten sie zusätzlich als gut lesbarer Text verfügbar sein. Das ist technische und inhaltliche Zugänglichkeit – kein Trick.
Wenn eine Website dagegen bereits klare, sichtbare und gut strukturierte Informationen enthält, braucht sie nicht automatisch eine zweite Textwelt für KI-Systeme.
So sieht GEO ohne Tricks praktisch aus
Gute GEO-Optimierung ist meist unspektakulärer als ihr Ruf. Sie beginnt nicht mit einem geheimen Dateiformat, sondern mit sauberer Information.
Eine verlässliche Quelle pro Information schaffen
Preise, Leistungen, Öffnungszeiten, Liefergebiete, Produktmerkmale und Ansprechpartner sollten nicht in mehreren widersprüchlichen Versionen über die Website verteilt sein.
Lege fest, welche Seite die verlässliche Hauptquelle für eine Information ist. Aktualisiere angebundene Feeds und strukturierte Daten gemeinsam mit dieser Seite.
Wichtige Aussagen sichtbar belegen
Wenn du mit Erfahrung, Ergebnissen oder besonderen Eigenschaften wirbst, mache nachvollziehbar, worauf die Aussage beruht.
Statt „führender Anbieter“ ohne Beleg ist eine konkrete Angabe hilfreicher:
Seit 2015 begleiten wir kleine Unternehmen bei …
Oder:
In diesem Projekt wurde die Bearbeitungszeit von … auf … reduziert.
Solche Aussagen können Menschen prüfen und KI-Systeme besser einordnen.
Struktur nicht mit Wiederholung verwechseln
Klare Überschriften, kurze Absätze, Listen und Tabellen können Inhalte leichter erfassbar machen. Das bedeutet aber nicht, dass dieselbe Botschaft auf jeder Unterseite fünfmal wiederholt werden muss.
Eine gute Struktur hilft beim Verstehen. Künstliche Wiederholung versucht lediglich, Wichtigkeit vorzutäuschen.
Strukturierte Daten am sichtbaren Inhalt ausrichten
Strukturierte Daten können Suchmaschinen zusätzliche Orientierung geben. Sie sollten jedoch beschreiben, was auf der Seite tatsächlich zu sehen ist.
Bewertungen, Preise, Veranstaltungen oder Personen nur im Markup zu nennen, ohne dass die entsprechenden Informationen für Besucher sichtbar sind, widerspricht diesem Grundprinzip.
Werbung und Empfehlungen offenlegen
Affiliate-Links, Kooperationen und gesponserte Inhalte sind nicht automatisch unseriös. Problematisch werden sie, wenn eine wirtschaftliche Beziehung verborgen bleibt.
Transparenz ist deshalb kein lästiger Zusatz unterhalb des eigentlichen Marketings. Sie ist ein Teil glaubwürdigen Marketings.
Eigene Erfahrung nicht hinter Allgemeinwissen verstecken
KI-Systeme können allgemeine Informationen in großer Menge zusammenfassen. Schwieriger zu ersetzen sind nachvollziehbare Praxiserfahrungen, konkrete Beispiele und fachliche Einschätzungen.
Google empfiehlt für generative Sucherfahrungen ausdrücklich einzigartige, fachlich geprägte Inhalte statt austauschbarer Standardtexte (Google Search Central, o. D.-c).
Das bedeutet nicht, dass jede Unternehmerin sich zur großen Vordenkerin erklären muss. Oft reicht eine ehrliche Einordnung:
Was hat in der Praxis funktioniert?
Wo lagen Schwierigkeiten?
Für wen eignet sich eine Lösung – und für wen nicht?
Welche Annahme hat sich als falsch erwiesen?
Was würdest du beim nächsten Mal anders machen?
Genau daraus entsteht Inhalt, der sowohl Menschen als auch technischen Systemen einen zusätzlichen Wert bietet.
Was Unternehmen besser nicht tun sollten
Bei GEO ist derzeit vieles in Bewegung. Nicht jede neue Methode ist deshalb automatisch verboten – aber ebenso wenig automatisch sinnvoll.
Vorsicht ist angebracht, wenn eine Maßnahme darauf beruht, dass Menschen sie möglichst nicht bemerken sollen.
Dazu gehören beispielsweise:
versteckte Textblöcke nur für KI-Crawler,
abweichende Leistungs- oder Preisangaben in Bot-Versionen,
zusätzliche Markenbehauptungen ohne sichtbaren Beleg,
maschinenlesbare Bewertungen, die nicht dem sichtbaren Bewertungsbild entsprechen,
bezahlte Aussagen, die wie redaktionelle Fakten wirken,
massenhaft erzeugte Seiten ohne eigenen Informationswert,
oder Versprechen, eine bestimmte Marke garantiert in KI-Antworten zu platzieren.
Eine einfache Regel hilft:
Wenn eine GEO-Maßnahme nur funktioniert, solange Kunden nichts davon wissen, ist sie wahrscheinlich keine besonders gute Grundlage für Vertrauen.
Checkliste: Sind deine Inhalte für Menschen und KI sauber aufbereitet?
Stimmen die Kernaussagen in sichtbaren und maschinenlesbaren Versionen überein?
Können Besucher wichtige Angaben auf der Website finden und überprüfen?
Entsprechen strukturierte Daten dem sichtbaren Seiteninhalt?
Sind Preise, Verfügbarkeit und Leistungen in allen verwendeten Systemen aktuell?
Sind Werbung, Affiliate-Links und Kooperationen nachvollziehbar gekennzeichnet?
Enthalten technische Feeds keine zusätzlichen unbelegten Werbeversprechen?
Sind wichtige Informationen als lesbarer Text verfügbar?
Nutzen Überschriften und FAQ-Bereiche vor allem den Lesern?
Gibt es konkrete Erfahrungen, Beispiele oder fachliche Einordnungen?
Vermeidest du künstliche Wiederholungen und austauschbare Massentexte?
Kannst du erklären, welchen Nutzen eine technische GEO-Maßnahme für Menschen hat?
Würdest du die Maßnahme einem Kunden offen zeigen und vertreten?
Der letzte Punkt ist oft der beste Schnelltest. Transparente Optimierung muss sich nicht verstecken.
Fazit: Sichtbarkeit braucht eine gemeinsame Informationsgrundlage
Der Streit zwischen Time und Perplexity zeigt, wie schnell bekannte Manipulationsfragen in der KI-Suche wieder auftauchen. Früher wurden Suchmaschinen andere Inhalte gezeigt als Menschen. Heute entstehen Versuche, speziell auf KI-Agenten zugeschnittene Botschaften in eine zusätzliche Inhaltsebene einzubauen.
Nicht jede maschinenlesbare Darstellung ist Cloaking. Websites dürfen Inhalte technisch vereinfachen, strukturieren und über Feeds bereitstellen. Entscheidend ist, dass dabei dieselben wesentlichen Informationen erhalten bleiben.
GEO sollte deshalb nicht bedeuten, für Maschinen eine bessere Geschichte zu erfinden.
Gute GEO-Optimierung sorgt dafür, dass eine wahre, hilfreiche und öffentlich nachvollziehbare Geschichte besser verstanden werden kann.
Für Unternehmen ist das langfristig die sicherere Strategie:
Menschen erhalten verlässliche Informationen.
KI-Systeme können dieselben Informationen einordnen.
Aussagen bleiben überprüfbar.
Werbung und wirtschaftliche Beziehungen werden sichtbar gemacht.
Technische Verbesserungen unterstützen den Inhalt, statt ihn heimlich zu verändern.
Was für eine KI wichtig genug ist, sollte in der Regel auch für einen Menschen sichtbar sein.
Marketing darf es verständlicher machen. Es sollte aber keine parallele Wirklichkeit für Maschinen gebaut werden.
.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Was bedeutet GEO?
GEO steht für Generative Engine Optimization. Gemeint sind Maßnahmen, die Inhalte für KI-gestützte Such- und Antwortsysteme leichter auffindbar, verständlich und einordenbar machen. GEO ergänzt bewährte SEO- und Content-Grundlagen, garantiert aber keine Erwähnung in einer KI-Antwort.
Was ist Cloaking?
Cloaking bezeichnet das gezielte Bereitstellen unterschiedlicher Inhalte für Menschen und Suchmaschinen beziehungsweise Crawler, um die maschinelle Bewertung zu beeinflussen oder Nutzer zu täuschen. Eine bloß technisch anders dargestellte Version ist nicht automatisch Cloaking, solange die wesentlichen Inhalte übereinstimmen.
Darf eine Website für KI-Crawler eine Markdown-Version anbieten?
Eine Markdown-Version ist nicht grundsätzlich problematisch. Entscheidend ist, ob sie dieselben wesentlichen Informationen wie die öffentlich sichtbare Webseite enthält. Zusätzliche Werbeaussagen, Bewertungen oder Behauptungen nur für KI-Systeme können dagegen als täuschend bewertet werden.
Brauche ich eine llms.txt-Datei für GEO?
Für die generativen Funktionen der Google-Suche ist keine zusätzliche KI-Textdatei erforderlich. Google rät sogar dazu, bewährte SEO-Grundlagen wichtiger zu nehmen als unnötige KI-Dateien oder andere GEO-Hacks. Andere KI-Systeme können technisch anders arbeiten; eine llms.txt-Datei ist deshalb aber noch keine Garantie für Sichtbarkeit.
Sind strukturierte Daten versteckte Inhalte?
Nicht automatisch. Strukturierte Daten beschreiben sichtbare Seiteninhalte in einem standardisierten Format. Sie sollten jedoch mit den Informationen übereinstimmen, die Besucher tatsächlich auf der Seite finden können.
Sollten FAQ-Bereiche für Menschen oder für KI geschrieben werden?
FAQ-Bereiche sollten zuerst echte Fragen von Menschen verständlich beantworten. Eine klare Frage-Antwort-Struktur kann zugleich technischen Systemen helfen. Nur für Maschinen eingefügte Scheinfragen oder wiederholte Keywords bieten dagegen keinen verlässlichen Mehrwert.
Können versteckte KI-Inhalte die Sichtbarkeit verschlechtern?
Das ist möglich. Perplexity erklärte im August 2026, speziell für KI-Agenten ausgespielte Markdown-Anzeigen zu blockieren, und warnte vor einer möglichen Herabstufung des Vertrauens in die betreffende Quelle. Wie andere KI-Plattformen vergleichbare Fälle behandeln, ist derzeit nicht einheitlich geregelt.
Quellenverzeichnis
Google Search Central. (2025, 10. Dezember). Dynamic rendering as a workaround. Google for Developers. https://developers.google.com/search/docs/crawling-indexing/javascript/dynamic-rendering
Google Search Central. (o. D.-a). Spam policies for Google Web Search. Google for Developers. Abgerufen am 17. August 2026, von https://developers.google.com/search/docs/essentials/spam-policies
Google Search Central. (o. D.-b). AI features and your website. Google for Developers. Abgerufen am 17. August 2026, von https://developers.google.com/search/docs/appearance/ai-features
Google Search Central. (o. D.-c). Google's guide to optimizing for generative AI features on Google Search. Google for Developers. Abgerufen am 17. August 2026, von https://developers.google.com/search/docs/fundamentals/ai-optimization-guide
Guaglione, S. (2026, 11. August). Perplexity blocks Time's ads served to AI agents, calling them ‘deceptive’. Digiday. https://digiday.com/media/perplexity-blocks-times-ads-served-to-ai-agents-calling-them-deceptive/

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